Saisonrückblick TSV II


Bleidenstadt II steigt nach erfolgreicher Relegation in die A-Klasse auf …oder… wie Normans Truppe die Sau bis zum Schluss ritt, weil sie rannte…

Am Ende steht der TSV II mit zwei Siegen aus den Relegationsspielen als Aufsteiger in die A-Klasse fest. Doch wer hätte das zu Saisonbeginn gedacht. Die B-Klasse gespickt mit ambitionierten Mannschaften wie Oberwalluf, Walluf II oder Neuhof. Und Bleidenstadt mit der seit Jahren gewohnten Schwäche gleich zu Saisonbeginn mal auf den richtigen Zug zu springen.

Fast schon wie gewohnt, die ersten beiden Spiele gingen hoch verloren, kein erzieltes Tor. Am dritten Spieltag erst das erste Tor für Bleischt, kurioserweise erzielt per Elfmeter durch Sven Heuser. Immerhin konnte man in Oberwalluf und Neuhof je einen Punkt mitnehmen, da bis zum einschließlich 7ten Spieltag jedoch immer noch kein Dreier verbucht werden konnte stand man an Spieltag 8 bereits mit dem Rücken zur Wand. Immerhin konnte man gegen Eltville erstmals 3 Punkte einfahren, trotzdem stand man mit gerade mal 6 Punkten aus 7 Partien tief im Abstiegssumpf.

Norman Schlabs, seit Jahren erfahren in Sachen versauter Hinrunde, lies nicht locker und nahm die Spieler in die Pflicht. Vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Steckenroth zogen Trainer und das Kapitänsgespann um Markus Klawe alle Register. Einzelgespräche, Spasstraining, alles wurde versucht um den Bock umzustoßen. Und die Bemühungen trugen Früchte. Gegen Steckenroth folgte der erste Befreiungaschlag, die Gäste bekamen eine dicke 8:0 Packung. Eingeleitet durch den Dosenöffner Raptis, der häufiger in dieser Saison das wichtige 1:0 erzielte überragte dabei Franz Dadario, der als Verteidiger einen Dreierpack schnürrte. Zwar verlor man die Woche darauf wieder auswärts, Bleidenstadt entwickelte aber eine gewisse Heimstärke und hamsterte sich aus dem Abstiegsregionen.

Es folgten 5 Spiele gegen die ersten 5 der Liga, die Bleidenstadt mit 4 Siegen und einem Unentschieden für sich entschied. Tragisch dabei, dass beim Sieg gegen Oberwalluf, bei dem Bleidenstadt erstmals dominant Fußball spielte, Capitano Klawe erneut mit Kreuzbandriss für den restlichen Saisonverlauf ausfiel. Böse Zungen sahen darin im Nachhinein einen entscheidenden Wendepunkt in Sachen Aufstieg. Der tatsächliche, entscheidende Ruck durch die Mannschaft kam nach dem sensationellen Auftritt in Holzhausen. Ein überragender Mannschaftsauftritt nach der Winterpause, eine richtige Verstärkung mit Jonathan Zelz sowie die flinken Stürmer Heep, Brand, Raptis und der immer wieder aushelfende Hasler machten den Abwehrreihen der Liga das Leben schwer.

Hätte einer zu Norman Schlabs gesagt, ab jetzt gewinnen wir alles, er hätte ihn direkt an die Treppen geschickt! (…und hätte ihn damit zu Unrecht gestraft, denn die folgenden 13 Spiele gewann der TSV!) Doch Spiel um Spiel holte Bleidenstadt Dreier für Dreier, immer wieder gekennzeichnet durch ein Wahnsinns Kollektiv. War in dem einen Spiel Raptis der Matchwinner, brillierte im nächsten Sven Heuser. Fand dieser nicht zu seiner Form, waren es alle Anderen die es kompensierten. Es griff jedes Rad ins Nächste, die Erfahrenen wie Seidel gaben sich in der zweiten Reihe ruhig und waren da mit Toren wenn Sie eingewechselt wurden.

Hasler wurde im Saisonendspurt zur Tormaschine, die Verteidigung um Webert, Dadario, Heiserer und Heuser stand wie eine Wand, Ringlebs Konrad, Max Kutschka und Praller aka Freddy Wiegmann hielten die Mitte dicht und takteten das Spiel, vorne wirbelten Raptis, Hasler, Heep, Petsche. Und wurde es doch mal eng war hinten auf die Keeper Philippi und dem Übermenschen Himmer in der Partie gegen Daisbach verlass.

Im Saisonfinale entschied am letzten Spieltag Sieg oder Niederlage über das Erreichen der Relegation – und Bleischt behielt die Nerven im Fernduell mit Huppert, verabschiedete sich mit einem 11:1 aus der Saison und war für den Kampf um die A-Klasse gegen Born bereit. Auf heimischen Platz bot der TSV einen Rahmen, der sich schon als professionell beschreiben lässt. Mit unter anderem Live-Ticker, Videoaufzeichnung über Chancen und Tore, sowie teilweise Live-Übertragung ins Ausland für die bereits urlaubenden Fans stellte sich Bleischt medial perfekt auf.

In beiden Partien, die Bleidenstadt vor allem im Hinspiel schon durch eine bessere Chancenverwertung früher für sich hätte entscheiden können, zeigte sich, dass es um den Platz in der A-Klasse kampfbetont her ging. Schöner Fußball war rar, Mann der Relegation war Normans verlängerter Arm auf dem Platz. Sven Heuser hielt als Kopf des Rudels den Laden zusammen, erzielte im Hinspiel das wichtige 1:0 und flankte entscheidend im Rückspiel auf Matchwinner Ringleb, der die rund 150 mitgereisten Bleischter Fans in Jubelextase ausbrechen lies.

Toll mit anzusehen welche Unterstützung Normans Jungs in den beiden Spielen von den Zuschauerrängen erhielten, zum einen waren nicht eingesetzte Spieler und die erste Mannschaft um Kapitän Buhrdorf nahezu komplett da, zum anderen zeigten sich Funktionäre, Spielausschuss um die Recken Damm und Schindler, alte Herren, Damenmannschaft, aber auch alte Weggefährten wie Mark Weidenfeller oder Daniel Kremer auf dem Borner Sportplatz und unterstützten die Bleischter Elf.

Diese zeigte nach dem Abpfiff und vollbrachtem Aufstieg was für ein tolles Gesamtkonzept der TSV abliefert, denn neben natürlich vorbereiteten Aufstiegshirts bauten sich die Spieler – angeführt von Dirk Seidel – einen auf Aufstiegsanhänger mit Mukke und jeder Menge Kaltgetränke alkoholischer Natur, auf dem schätzungsweise 15 Spieler Platz fanden, gefühlt dieser aber mit 40 Spielern unter Aufsicht von Mitarbeitern von TÜV und BG besetzt wurde.

Unter lautem Hupkonzert, Autokorso und tosendem „Aufsteiger“ und „wir steigen auf und ihr steigt ab“ Gesängen zogen die Helden auf den heimischen Sportplatz -hinweg über des Erzrivalen Kreisels in Hahn um sich die Glückwünsche des Bürgermeisters einzuholen- wo der Abriss des Vereinsheims in Eigenregie schon einmal geprobt wurde und dieses einem Tollhaus glich.

Nebenbei waren die Jungs DAS Thema bei Facebook und anderen Social Medias, der ganze Ort (und die umherliegenden) durfte teilhaben am Erfolg und vor allem der Freunde. Die Feierlichkeiten stellten kurzfristig in Frage ob wirklich Wehen-Wiesbaden in die 2te Liga aufgestiegen sei oder die Schlabstruppe.

Insgesamt zeigte der TSV was man erreichen kann, wenn man nur an sich glaubt und seinen Willen fokussiert. Eine tolle Saison findet sein Ende mit einer grandiosen Abschlussfahrt nach Mallorca an welcher nicht weniger als 35+ Personen und im Alter von 18-ü70 teilnehmen werden. Wieder einmal hat das Reisebüro „Plasch-reisen-Anders“ ganze Arbeit vollbracht. Auszubildende, Studenten, Kaufleute, Polizisten, Steuerberater, Rentner alle vereint in einem Verein unter der Sonne Spaniens wo dann noch einmal die Saison gebührend gefeiert wird, man den Spaniern erklärt, dass man Säue reitet, so lange sie rennen und…tja, alle weiteren Dinge die auf Mallorca passieren, die bleiben auf Mallorca…

Euer E. Walk