Herren I schaffen Aufstieg im letzten Saisonspiel!

Im letzten Spiel der Saison gegen die dritte Mannschaft aus Goldstein ging es um die Wurst. Hop oder Top. Entweder…oder. Zudem man die Mannschaft aus Goldstein zwei Wochen zuvor beim Spiel gegen die Mannschaft aus Elz beobachten konnte und zu dem Schluss kam: das wird nochmal ein richtiges Finale!

Erntet man am letzten Spiel die Früchte einer sensationell verlaufenen Saison oder muss man doch nochmal ne extra Runde drehen? Eins war klar: Wir wollten diesen Sieg! Eine Extrarunde kam nicht in Frage! Ohne dabei zu arrogant zu wirken, war die Situation in der wir uns befanden vergleichbar mit einem guten Krimi, mit vorhersehbarem Ende. Oder mit dem Film Titanic – bei dem das Ende vorher ja auch klar ist. Oder mit einem Erotikfilm für Erwachsene…Wie auch immer, wir hatten alles selbst in der Hand! Die Mannschaft hat zuvor gut und ausgiebig trainiert – demnach konnte man durchaus schlussfolgern, dass bei einem „normalen“ Spielverlauf nichts mehr anbrennen dürfte Doch was ist schon „normal“? So einfach wie zuvor gedacht sollte es an diesem wunderschönen Sonntag nicht werden. Hierzu ein kurzer Abriss:

– es sind bekanntermaßen nicht alle Menschen Frühaufsteher – getreu dem Motto: der frühe Vogel kann mich mal und wenn ich ihn erwische erschieße ich ihn,

– die Zeitumstellung mit einer Stunde Schlafraub macht es den Langschläfern des Teams an so einem Spieltag mit Spielbeginn um 10h in Frankfurt nicht einfacher,

– Sonntags morgens an der falschen Halle in Frankfurt zu stehen, obwohl die Halle offiziell als Spielhalle bekanntgegeben wurde, ist auch schon ein Ding!

– den Ansprechpartner des gegnerischen Teams nach unzähligen Anrufen nicht erreichen zu können, macht dann auch echt Spaß

– aufgrund einer eiskalten Spürnase die richtige Halle zu finden (dem Internetz sei Dank) und die Verkehrsregeln brechend durch Frankfurt zu brettern, müsste eigentlich auch nicht sein!

– auf einen Spieler vor der falschen Halle in Frankfurt warten (es waren gefühlte Stunden), weil der die eiserne KKK – Regel (Kippe-Kaffee-Kacken), die eigentlich direkt nach dem Aufstehen eingehalten werden muss, gebrochen hat, macht es nicht leichter ( Danke Gerd J )

– letztendlich in der Halle anzukommen, um dann zu erfahren, dass die zweite Gastmannschaft auch vor der falschen Halle steht, haut einem dann doch ein ungläubiges Schmunzeln ins Gesicht

Der Heimmannschaft aus Goldstein waren diese Umstände relativ egal und man muss ganz ehrlich zu dem Schluss kommen, ob das Versäumen einer kleinen Nachricht an die Gastmannschaften vielleicht auch so gewollt war…wie auch immer!

Nach kurzer Aufwärmphase unsererseits ging es dann auch sehr schnell endlich los. Die Goldsteiner hatten ja reichlich Zeit, sich ausgiebig warm zu machen. Und wir haben es einfach irgendwie nicht geschafft, richtig auf Temperatur zu kommen. Den ersten Satz muss man dann wirklich auch als einen „Wir-machen-und-jetzt-mal-Warm-Satz“ auffassen. Das die Goldsteiner uns dabei gut Paroli geboten haben, lag nicht an den spielerischen Fähigkeiten ihrerseits, sondern viel mehr am Unvermögen unsererseits. Die Annahme war leider (noch nicht) vorhanden, ein genaues Abwehrstellungsspiel immer noch auf der Suche nach der richtigen Halle, ein variables Zuspiel (noch) in der Umkleide und die Angreifer eher am Kaffe-Trinken als am Angreifen…Kurzum: Total verpennter Satz, mit durchweg schlechter Leistung aller auf dem Feld stehenden Spieler! Viel Nervosität, keine Ruhe, schlechtes Spiel, und immer noch nicht richtig warm ging es dann auch in den zweiten Satz. Obwohl der erste Satz durchaus knapp verloren ging – es war also noch Hoffnung da.

Die Einzigen, die zu diesem Zeitpunkt wirklich Leistung gebracht haben, waren die Mannschaftskollegen außerhalb des Spielfeldes! Durchweg starke Anfeuerungsrufe sollten dann auch die Wende bringen.

Wenn man jetzt die Tabellensituation und den verka..ten ersten Satz so im Kopf hat und man weiß, dass man eigentlich als Team um Klassen besseren Volleyball spielen kann, ist es schon eine ausgesprochene mentale Leistung gewesen, was die Bleischter jetzt gemacht haben. Aus so einem Tief muss man erstmal rauskommen! Wir starten mal die Systeme neu! Immerhin waren wir jetzt einigermaßen warm und jeder wusste, dass es jetzt um Alles ging. Denn ein 3:2 Sieg hätte uns nicht gebracht. Ist dieser absolute Siegeswille vorhanden oder hofft man auf die Fehler der Anderen? Wir mussten 3 Sätze in Folge gewinnen…sonst war alles umsonst.

Bessere Annahme, besseres Stellungsspiel, gute Blockaktionen und starke Angriffe, besonders durch unsere beiden Mittelangreifer, machte es dem Gegner zunehmend schwerer etwas Produktives an Gegenwehr zu bieten.

Der zweite Satz ging schnell und absolut verdient an uns. Der dritte Satz sollte dann zumindest in der Anfangsphase ein wenig heikler werden. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen und heiß umkämpfte Ballwechsel machten eine stabile Punkteführung schwer. Zudem schlichen sich wieder unnötige Leichtsinnsfehler ein – und die brachten die Nervosität zurück. Aber gerade in den engen Phasen haben wir diesmal gezeigt, dass wir durchaus mit schwierigen Situationen umgehen können. In der Mitte des dritten Satzes haben wir es endlich geschafft, eine komfortable Führung herauszuspielen. Den Satzgewinn konnte nix mehr gefährden.

Jetzt lernt man an solchen Spieltagen ja immer was Neues dazu. Bevor es also in den für uns alles entscheidenden vierten Satz geht, entwickelte Goldstein eine neue Verunsicherungstaktik. Ein Feldspieler wurde zum Libero umgemünzt, mit der Begründung, dass der vorherige Libero nicht mehr einsatzfähig und spielfähig ist. Soweit so gut – jetzt muss man jedoch wissen, dass der nicht mehr einsatzfähige und spielfähige Libero nicht einmal in diesen drei Sätzen auf dem Feld stand. Große Diskussionen und eine kurze Inaugenscheinnahme des Regelwerks waren also die Folge. Viele der Bleischter fragten sich nicht zu unrecht, was das soll?! Und diese Unruhe und Nervosität die in der Mannschaft doch noch vorhanden war, kroch so langsam aber sicher wieder an die Oberfläche.

Allerdings bahnte sich auch etwas anderes seinen Weg an die Oberfläche. Die Situation stellte sich bis dahin wie ein kleiner Schwelbrandt der immer größer werden kann dar oder wie ein köchelnder Topf dessen Deckel das heiße Wasser gerade noch zurückhält. Am Ende brannte es doch und das Wasser sprudelte hervor. Die Bleischter waren bös! Und leg dich nicht mit bösen Bleischtern an! Jedes einzelne Teammitglied feuerte jetzt aus allen Rohren. Kein Ball lies man achtlos auf den Boden fallen und angefeuert von allen gelang es unserer Aufschlagmaschine Ben die nötige Unruhe im Abwehrriegel des Gegners zu stiften. Gekrönt wurden der Satzgewinn und der Aufstieg durch den letzten Ball des Spiels. Die Brust breit, die Flügel weit erhob sich der Rabe und feuerte den Sprungaufschlag zu einem Ass ins Feld!

Letztendlich haben wir spielerisch nicht wirklich überzeugt. Aber der Wille und der Kampfgeist können solche Spiele halt auch manchmal rumreißen.

Wir sind aufgestiegen Dank des besseren Satzverhältnisses (manchmal reicht auch ein Satz um aufzusteigen)! Ein großes Danke-Schön allen, die uns die Daumen gedrückt, mit uns mitgefiebert und unterstützt haben. Der Dank geht auch an den neuen TSV-Vorsitzenden Markus Jestaedt, der uns bei diesem letzten Spiel tatkräftig unterstützt hat.

Hier noch ein Blick auf die Bezirksligameister-Abschlusstabelle