27. Spieltag: SV Steckenroth – TSV Bleidenstadt II 3:6 (1:2)

05.05.2019   TSV Bleidenstadt II gewinnt auch Auswärtsspiel in Steckenroth!

Trotz ungewohntem Geläuf und bei für Mai völlig verrückten Wetterverhältnissen setzte sich Bleidenstadt mit 6:3 gegen Steckenroth durch und sich selbst damit auf die Pole Position im Kampf um Platz 2.

Nach Schneefall und Hagelschlag am Vortag war der Rasenplatz in Steckenroth gut durchnässt und ohne Schrauber nicht wirklich bespielbar. Doch Bleidenstadt im Stile einer Spitzenmannschaft nahm den Platz an und zeigte sofort, dass man den Aufstiegstraum weiter leben wollte.

Die Taktik schien dabei klar, als Schwachstelle war die Abwehr schnell ausgemacht und so folgten die langen Bälle links und rechts auf die Außenbahnen, wo Niko Raptis und Jo Zelz zur Grundlinie durchbrechen sollten um den Rückpass auf die nachrückenden Offensivkräfte zu spielen. In der Theorie gut und mit einigen Startschwierigkeiten auch in die Tat umgesetzt. Damit vermied man auch Steckenroths Stärken, das kompakte Mittelfeld und die abgezockte Offensive in Tritt kommen zu lassen.

Nach 15 Minuten tauchte wie aus dem Atlantik herausgezogen Poseidon Raptis vom Tor auf, schloss mit einem gewaltigen Schuss ab, den der Keeper Richtung aus und Eckball ablenkte. Damit gab sich nur nicht der flinke Flitzer zufrieden setzte nach und zog erneut kurz vor der Aussenlinie aus spitzem Winkel ab, überraschte damit Freund und Feind und jubelte über das 1:0. Nach der Führung lies Bleidenstadt etwas nach, die fehlende Konzentration nutzte Steckenroth sofort aus. Eine misslungene Abwehraktion vom sonst über die Saison so bärenstarken Franz Dadario endete mit einer One-Touch-Ball-Stafette im Gehäuse der Bleischter zum 1:1. Die Köpfe gingen kurz runter, Steckenroth wollte hier nichts herschenken. Einzig der seit Wochen gut aufgelegte Sven Heuser behielt die Augen auf und so nutzte der Chef der Hintermannschaft seinen jahrelangen Kreisoberligatorinstinkt und setzte einen Freistoß ins leere Tor der Gastgeber. Dieses war verwaist weil während der Ausführung von Oswaldinho der Keeper noch damit beschäftigt war die Mauer zu stellen.

Mit dem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause, vorbei an den derzeit nicht einsatzfähigen Weggefährten Christan Freese und Kapitän Markus Klawe, die Ihre leeren Akkus bei Kaffee und Kuchen auffüllten. Um das Spektakel in der zweiten Halbzeit zu sehen hatten die alten Recken den weiten Weg bereits früh morgens mit einer Extra-Trainingseinheit Radfahren auf sich genommen.

Nach der Pause wirkte Bleidenstadt plötzlich wie entfesselt. Immer wieder angetrieben durch die „Messi-Momente“ von Konrad Ringleb rollte nun Angriff um Angriff auf das Steckenrother Tor, einzig im Abschluss blieb man nicht konsequent. Doch als Konrad „Zauberfuss“ Ringleb wieder mal mustergültig auf Hassler durchsteckte machte der Matchwinner der vergangenen Woche das 3:1.

Der Bann und Widerstand schien nun gebrochen, der unermüdliche Niko Raptis, der zwecks Schonung eigentlich schon vom Platz sollte, wurde es nach der dritten Fußabwehr des Keepers zu bunt, der Gyrosbomber knallte dem Steckenrother Schlussmann die Pille unter den Querbalken. Das wohl schönste Tor erzielte dann Winterneuzugang Jo Zelz, der wunderschön von Stefan Hassler in Szene gesetzt wurde. Im Rückwärtslaufen lupfte der für gewöhnlich mit den Füßen so starke Mittelfeldmann mit dem Kopf über den herausstürmenden Keeper zum 1:5 aus SVS Sicht.

Norman Schlabs, der derzeit das ganze Team gut bei Laune hält, brachte jetzt Geburtstagskind Dirk Seidel, der in der Vorwoche noch 90 Minuten auf der Bank schmorte. Das ganze Team war gewillt, Dirk ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu bescheren, die ersten zwei vielversprechenden Gelegenheiten lies der abgezockte, nimmersatte Sturmtank noch liegen, den schwierigsten ball nach Flanke vom mittlerweile eingewechselten Praller setzte er Volley zum 6:1 in die Maschen. Wer dachte, so geht es jetzt weiter und Bleischt macht noch was für das Torverhältnis, der wurde Lügen gestraft, den für Bleidenstadt war die Messe nun gelesen und der Hunger auf weitere Tore gestillt, so kam durch mangelnde Konzentration, fehlende Konsequenz in den Zweikämpfen und der Einwechslung des Ex-Bleischters Benny Crisolli, der Ruhe und Ordnung in die Hintermannschaft der Gastgeber brachte, Steckenroth noch zu 2 Treffern, die das Ergebnis mit 6:3 nicht so klar aussehen lassen, wie das Spiel es eigentlich war.

Nach Abpfiff und den Patzern der übrigen Aufstiegsanwärter springt Bleidenstadt auf Platz 2 und wird nun vom Jäger zum Gejagten.

Fazit: Noch 3 Spiele, die Bleidenstadt zu absolvieren hat, lässt man keine Federn mehr geht es in die Relegation. Das Team ist bereit sich dem zu stellen und freut sich auf die kommenden Partien.

E. Walk