22. Spieltag: TGSV Holzhausen – TSV Bleidenstadt II 2:3 (1:0)

19.03.2019   Was ein Fußball-Abend am Dienstag unter Flutlicht bei optimalen Fußball-Bedingungen in Holzhausen!

„Sensationell! SENSATIONELL!!! Da sieht man mal was ihr zu leisten im Stande seid! Was in euch steckt!“ Wenn sich der als „Finger-in-die-Wunden-Stecker“ und „Haar- in der Suppe-Suchende“ bekannte Cheftrainer Norman Schlabs so von Emotionen geleitet zu diesen Aussagen hinreißen lässt, dann müssen seine Mannen dem Schleifer ein faszinierendes Spiel geboten haben. Leidenschaft, Kampf, Wille, Biss, Ehrgeiz UND tolle fußballerische Szenen, das alles zeigte die toll aufgelegte Mannschaft auf fremden Platz. Aber auch Holzhausen trug seinen Teil zu einem tollen Abend bei.

So ging es in einem Affenzahn hoch und runter. Nach 15 Minuten der erste große Aufreger, denn Bleischt hätte da einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen. Der in seiner Art souverän leitende Schiedsrichter Berti aber nahm kurz Kontakt mit Köln auf und entschied dann aber über alle Videobeweise hinweg „KEIN Elfer!“ Das Spiel glich einem Tennismatch, es ging von links nach rechts und von rechts nach links, vor allem das Tempo beeindruckte die gefüllten Ränge. 100%ige Torchancen blieben dabei aus, bis Holzhausen aus dem rechten Halbfeld eine Flanke in den 16er schlug die zielgenau auf dem Kopf des Angreifers landete und zum 1:0 führte. Tolle Moral der Bleischter Buben, die ihre Köpfe nicht hängen liesen und weiter dran blieben. Es ging mit dem Rückstand zum Halbzeittee und für den verletzten Kapitän Markus Klawe, der am Seitenrand mitfieberte, zum Bratwurststand.

In der Halbzeitpause muss Norman Schlabs ganz tief in die Trainerwissenskiste gegriffen haben, denn ab sofort dominierte Bleidenstadt das Spiel, auf allen Positionen. Heuser organisierte gut die Abwehr, Webert rang Zweikampf um Zweikampf seinen Gegner nieder, Winterneuzugang und Startelfdebütant Jonathan Zelz zeigte seine Klasse und brachte viel Spielkultur mit. Und vorne rannten Raptis, Pii und allen voran Yannik Golle sich die Lunge aus dem Leib. Überhaupt Jannik Golle! Im Spiel „Jung gegen Alt“ (Anm.d.R. Vater Ingo trainiert Holzhausen) zog der unfass- und unhaltbare „kleine“ Golle ALLE gelben Karten des Gegners aufgrund Foul an ihm. Giftig und bissig in jedem Zweikampf rannte und rannte er immer wieder an. Nur noch gestoppt durch den Torwart und einen Abwehrspieler, allerdings regelwidrig, sodass Schiedsrichter Berti auf Elfmeter und gelb entschied. Ob der Tatort tatsächlich im 16er war oder ob es nicht wenige Zentimeter davor und rot hätte geben müssen bleibt im Ermessensspielraum des Schiedsrichters, den Strafstoß verwandelte Pi Brandt. Schwieriger als den Ball ins Tor zu schieben schien für den blonden Brecher dabei die Entscheidung auf seinem 5 Meter Anlauf ob er den linken Huf für Gewalt oder den Rechten fürs Feine nimmt. Die Entscheidung war auf jeden Fall die Richtige, 1:1.

Immer wieder Gefahr brachten auch die scharf geschossenen Standards von Sven „ich hab hier zu wenig Anlauf“ Heuser. Bei jedem ruhenden Ball, den er in den Strafraum buxxierte brannte es plötzlich lichterloh, eine Ecke fand dann den Kopf des Maldinis vom Röderweg. Franz hielt den Schädel hin, Führung für Bleischt. Diese hätte übriges Jannik Golle schon vorher zweimal fast besorgt, wären 2 Tore nicht durch sehr fragwürdige Abseitspfiffe zurück genommen worden. Da hätte die Abseitslinie noch mal neu kalibriert angelegt werden müssen.

Sei es drum, Bleischt führte, Holzhausen nahm das Tempo nicht raus und rannte an, was belohnt wurde. Ein Schuss aus 18 Meter schlug unhaltbar im Knick bei Nick zum 2:2 ein, Phillippi, der sich in mindestens 4 Aktionen als sicherer Rückhalt erwies war machtlos und geschlagen. Aber Bleidenstadt war mit dem einen Punkt nun nicht zufrieden. Nach Slapstick-Einlage (toller Querpass von Raptis, erst scheitert Golle am Torhüter, danach Zelz am Pfosten, anschließend nochmal am Torhüter) befürchtete „Don“ Neumann schon das Schlimmste. „So was rächt sich“, waren sich die Verantwortlichen an der Seitenlinie sicher.

Aber da hatte Holzhausen die Rechnung ohne den „griechischen“ Wirt gemacht. Niko Raptis, zu diesem Zeitpunkt schon 38,7 Kilometer abgespult, zündete ein letztes Mal seinen Turbo, beschleunigte auf 194 KM/H um dann in Sekundenbruchteilen auf 0 im 16er abzubremsen. Für den Holzhausener Verteidiger ging das alles zu schnell und hätte er sich an Raptis nicht festgehalten, er wäre im Fangzaun eingeschlagen. Blöd nur (aus Heimelf-Sicht) dass der Schiedsrichter Berti erneut auf Strafstoß entschied, es blieb ihm auch einfach keine andere Wahl.

Wer sollte schießen? Pi wußte nicht, welcher Fuss in dieser Situation der richtige sei, Heuser hatte nach viel Kraftaufwand nicht die Luft und das Zutrauen, da nahm sich einer den Ball, der es wissen wollte! Jannik „dicke Cojones“ Golle, der das ganze Spiel über hart angegangen wurde legte sich die Pille auf den Punkt lief an, traf und jubelte im Anschluss in Richtung Trainer der Holzhausener. Die 3 Punkte hatte er mit dem verwandelten Elfer gebucht, ob es abends vom Papa noch einen Fruchtzwerg vor dem Schlafen gab ist nicht übermittelt.

89. Minute, 3 Minuten Nachspielzeit, der Wille der Gastgeber war gebrochen, es ertönte der Abpfiff und ein lautes ZICKEZACKEZICKEZACKE HEUHEUHEU erschallte aus dem Kreise der sichtlich erschöpften aber zufriedenen Bleischter. „Was ein Spiel! Da hat es sich mal richtig gelohnt Eintritt für gezahlt zu haben“, scherzte nach Abpfiff der hocherfreute Kapitän Klawe in Richtung Presse.

Fazit: Die schönsten 3 Punkte seit Langem! „Solche Spiele vor solchem Publikum machen einfach Spaß“ ließ Max Kutschka vor den Mikrofonen verlauten und damit sollte er Recht behalten und das letzte Wort haben.

Ausblick: Der Abend war „Championsleague“, am Sonntag kommt harter B-Liga Alltag! Beuerbach! Das Spiel wird um ein vielfaches schwieriger und alle müssen wieder ihre 105% geben, damit es wieder gelingt Norman Schlabs POSITIV aus der Fassung zu bringen. Die Messlatte hat sich die Mannschaft selbst gelegt!

E. Walk