18. Spieltag: FV Geisenheim 08 – TSV Bleidenstadt 3:6 (0:2)

11.11.2018

Eine der schwächsten Leistungen der Saison reicht bei herrlichem Spätherbstwetter für 3 Punkte gegen einen dezimierten Gegner. Nach der deftigen 0:5 Heimschlappe vom vergangen Sonntag, stand für die Truppe von Coach Wilde ein „Must-Win“ Spiel in Geisenheim auf dem Programm. Im Vergleich zum letzten Spiel, baute Frank Wilde auf zwei Positionen um. Golle ersetzte Hirschbiegel auf der Außenbahn und Buhrdorf rückte für Flemming auf die Position im zentralen Mittelfeld.

Schon früh merkte man, dass der TSV heute nicht die richtige Einstellung an den Tag legte. Statt den Gegner mit dem gewohnt starken Passspiel zu bearbeiten, verstrickte man sich viel zu oft und spielte zu kompliziert. Nach einer Viertelstunde hatte Petschulies davon genug und schweißte das Spielgerät aus 25 Metern in den Knick. An der Spielweise der Mannschaft änderte sich jedoch nichts. Kurz vor der Pause machte Mirko Radanovic eine der zahlreichen Ecken wieder scharf. Aus kurzer Distanz war es Utsch, der den Fuß hinhielt und den 2:0 Pausenstand erzielte.

In der Halbzeit nahm man sich vor, nicht wie in den letzten Wochen mehrfach geschehen, einen 2-Tore-Vorsprung aus der Hand zu geben. Doch nur 5 Minuten nach Wiederanpfiff schaffte Geisenheim den Anschlusstreffer, nachdem man dem Gegner wiederholt zu viel Platz ließ. Kurioserweise erzielte dieses Tor Mateo Matijevic, der im letzten Spiel eine Rote Karte gesehen hatte und eigentlich für dieses Spiel gesperrt gewesen sein müsste. Nach einer knappen Stunde brachte Wilde, den mittlerweile ausgeschlafenen Flemming, für den bereits mit Gelb vorbelasteten Ringleb. In der 65. und 67. Minute schaffte man es zweimal direkt nacheinander in Konter zu rennen und fing sich die Gegentore 2 und 3. Und irgendwie hatte es sich angedeutet. Nun war mal wieder der Charakter der Mannschaft gefragt. Coach Wilde brachte nun Hirschbiegel, der tatsächlich etwas frischen Wind in die Veranstaltung brachte.

Man entwickelte nun mehr Druck auf das Geisenheimer Gehäuse, die sich nun nur noch aufs Verteidigen beschränkten, schaffte es aber nicht Großchancen zu kreieren. Es dauerte bis zur 82. Minute als mal wieder ein Bleischter Orkan über den Rheingau fegte. Nach Flanke von Flemming, köpfte ein Geisenheimer ins eigene Netz. In der 83. Minute schloss Radanovic nach Vorlage von Golle zur 4:3 Führung ab. Und in der 84. Minute verwertete Nogly eine Hereingabe von Karstat zum 5:3. Zuschauer, die mal kurz für kleine Kreisligaromantiker waren, trauten ihren Augen und Ohren nicht, als sie nach ihrer Rückkehr den neuen Spielstand verkündet bekamen.

Das Spiel war an dieser Stelle entschieden. Mirko Radanovic war es aber überlassen, den Schlusspunkt zu setzen. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte, bekam der Luka Modric des TSV den Ball an der Mittellinie in den Fuß gespielt. Ein kurzer Blick in Richtung des Gegners Kasten, ein kleiner Disput mit sich selbst, dann die Entscheidung, „Nein, so weit laufe ich jetzt nicht mehr“ und der Ball segelte aus dem Mittelkreis über den Kopf des Torhüters zum 6:3 Endstand ins Tor.

Fazit: Eine der schlechtesten Leistungen der Mannschaft über 90 Minuten in dieser Saison. Trotzdem schaffte man es, das Spiel (im Stile eine Spitzenmannschaft) zu gewinnen. Nächste Woche wartet mit der SG Laufenselden einer der unangenehmsten Gegner der Liga. Bis dahin muss sich die Truppe am Riemen reißen und nächsten Sonntag eine andere Einstellung an den Tag legen.

Kader: Wiencke, Eberhardt, Utsch, Ringleb, Karstat. Golle, Nogly, Buhrdorf (C), Schneider, Radanovic, Petschulies, Hirschbiegel, Flemming, Brand

F. Ringleb