16. Spieltag: TSV Bleidenstadt II – SG Walluf II 6:3 (2:1)

06.11.2018 Der Herbstmeister strauchelt am Röderweg!

Auftakt zur Rückrunde in Bleidenstadt und man empfing den amtierenden Herbstmeister aus Walluf.

Doch Walluf zeigte nur 5 Minuten lang, weshalb sie an der Tabellenspitze stehen. In den ersten 5 Minuten brannte Walluf ein Feuerwerk ab, tief stehend, schnelles Umschaltspiel, flüssige Ballstafetten, Bleidenstadt fand weder den Zweikampf noch konnte man die guten Kombinationen der Gäste unterbinden. 2 Mal rettete der Defensivverband in höchster Not, dann rappelte es. Nach einer Ecke bekam Bleidenstadt den Ball nicht weg, Walluf kombinierte sich durch den 16er und Wallufs Torgarant Prodanovic spitzelte den Ball ins Tor. Da war Walluf in allen Belangen zu schnell und abgezockt.

Doch Bleidenstadt zeigte tolle Moral, das Gegentor wirkte wie ein Wach-Auf-Ruf. Die Köpfe blieben oben und die Chancen folgten. Hasler, Raptis und der junge Golle wirbelten die Abwehrreihe der Rheingauer durcheinander, die Chancen waren vielversprechend, einzig der Torjubel blieb aus. Bis Stefan Hasler einen von Klawe initiierten und von Raptis mustergültig vorbereiteten Angriff zum 1:1 Ausgleich verwertete. Walluf nun wie von der Rolle, Bleidenstadt lies den Ball laufen und kam zu weiteren Gelegenheiten. Die aus dem Druck resultierende Führung erzielte dann trocken, frech und eiskalt Jo Heep, der einfach mal aus verdeckter Position draufhielt und den Ball unten links einschweißte. In der Folge weitere Chancen, Walluf war gut bedient, dass es zur Halbzeit nicht 4 oder gar 5 zu 1 stand.

Nach dem Seitenwechsel rechneten alle damit, dass der Tabellenführer ein Feuerwerk abfackeln würde, doch weit gefehlt. Bleidenstadt verteidigte hoch gegen enttäuschende Wallufer und es kam – aus Bleischter Sicht – noch besser, denn binnen 3 Minuten schraubten Golle und erneut Heep das Ergebnis auf 4:1. Noch 40 Minuten zu spielen, 4:1, der Drops schien gelutscht. Und genau diese Einstellung verhalf Walluf zurück ins Spiel zu finden. Bleidenstadt rutschte nicht mehr so gut raus, die Folge waren brenzligere Situationen vor dem eigenen 16er, in der Folge stocherte Walluf einen Ball zum 2:4 Anschluss über die Linie ehe ein Sonntagsschuss aus 25 Metern über den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Philippi zum 4:3 einschlug.

Walluf mit dem Funken Hoffnung das Übel abzuwenden und die schlechte Chancenauswertung der Bleischter zu bestrafen. Völlig überflüssig jedoch versuchte ein Wallufer Abwehrspieler den immer wieder anrennenden Golle auszubremsen, doch anstatt ihn am Trikot zu zupfen oder auf eine „faire“ Art zu bremsen trat dieser völligst überzogen von hinten in die Beine, dass man den Schlag bis ans Baumstammhaus in Walluf hörte. In der Folge sah der Spieler Rot, völlig zu Recht, den sich daraus ergebenden Freistoß konnte Sven Heuser nicht im Tor unterbringen. Der nächste Angriff des Klassenprimus – nun in Unterzahl – doch der heute gut stehende und bärenstark verteidigende Markus Klawe fing den Ball ab, leitete umgehend den Gegenzug ein, den Patrick Brandt perfekt auf Hasler durchsteckte und der wuchtete das Spielgerät kompromisslos zum endgültigen Nackenschlag für Walluf zum 5:3 in die Maschen.

Derweil wurde unter dem Torjubel und tosendem Applaus der des TSV Anhangs – die Spieler der ersten Mannschaft hatten sich das Spektakel nicht entgehen lassen – Kapitän Klawe nach bockstarker Partie ausgetauscht und durch Phil Webert ersetzt, der nahtlos an die Leistung anknüpfte. An einem Tag, an dem bei Bleischt plötzlich alles lief traf zum Schluss sogar einer, bei dem man den Glauben, er fände überhaupt noch einmal das Tor, schon längst aufgegeben hatte. Patrick Brandt setzte sich gegen alle durch und lupfte über den herauseilenden Keeper die Pille zum 6:3 Endstand.

So hart das klingt, dass Walluf nicht zweistellig nach Hause geschickt wurde lag in der Folge nur noch daran, dass der heute wieder hoch und runter brummende Niko Raptis Abschlusspech hatte und Flo Behring seinem Kontrahenten Pi Brandt offensichtlich nicht die Messlatte zu hoch legen wollte. Binnen 5 Minuten hätte der bullige Mittelstürmer per Kopf, per Fuss, links wie rechts sein Torkonto ausbauen können, ja sogar müssen, der wuchtige Blondschopf beließ es aber beim 6:3 und versemmelte alle sich ihm bietende Gelegenheiten. Sofern er sich das Pulver aufheben wollte für Partien, die noch entschieden werden müssen hat er alles richtig gemacht.

Fazit: Ein Sieg, mit dem nur der Trainer gerechnet hat. Walluf lieferte eine ganz traurige Vorstellung ab, inwieweit Spieler berufs- und krankheitsbedingt fehlten ist nicht überliefert, aber solch ein Bild hatte man vom Tabellenführer nicht erwartet. Hinzu kommt, das Bleidenstadt Gefallen am Fussball spielen fand und – mit Ausnahme der Chancenverwertung – sehr ansehnlich kickte. Im Vergleich zum Spiel gegen Schlangenbad zeigte man eine top Einstellung und bleibt weiterhin zuhause ungeschlagen.

Ausblick: Am kommenden Wochenende können die Spieler nun wieder Kräfte tanken, man ist spielfrei, bevor am 18.11. mit Huppert das nächste Schwergewicht der Liga am Röderweg erwartet wird.

E. Walk